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Kann Bildung unsere Gesellschaft verändern?

Natürlich kann sie das. Die Frage ist nur: wie?

Bildung und Erziehung gehen Hand in Hand. Kinder erhalten Bildung in Ergänzung zur Erziehung durch ihre Eltern. In der Schule sollen Kinder aufs Leben vorbereitet werden, sie sollen befähigt werden, in der Gemeinschaft, am Arbeitsplatz, in der Politik und am Alltag teilzunehmen und sich einbringen zu können. Je nach Neigung und Zielen bilden sich Individuen auch nach der Schule weiter: sie studieren, sie belegen Kurse, lesen, reisen.

Interessenkonflikte

Früher wurde Teilen der Gesellschaft – Leibeigenen, Untertanen und Frauen – Bildung verwehrt. Die Mächtigen verhinderten eine Emanzipation jener, die sie für ihre Zwecke ausbeuten wollten. Auch wenn heute in den meisten Ländern Bildung Allen zugänglich ist, ist sie nicht frei von Ideologien und Beeinflussung. Politik und Religion steuern Curriculum und Schulplan, historische und wissenschaftliche Fakten werden einseitig – nämlich im Sinne der Machthaber – dargestellt. Ein Blick in die deutschen Schulbücher während des Kalten Krieges lässt über die unterschiedlichen Lerninhalte staunen.

Bildung in nicht freier Gesellschaft

In einer nicht freien Gesellschaft wird die Bildung mehr oder weniger offensichtlich gesteuert. Das Ziel des jeweiligen Staates oder Regimes ist es, Menschen heranzubilden, die weder kritisch noch analytisch denken, welche nicht aufbegehren, sondern unreflektiert nachahmen und glauben, was die Mächtigen erzählen und versprechen. Mit dem Instrument „Bildung“ sind diese Menschen leichter zu kontrollieren und zu manipulieren. In den Schulen wird auswendig gelernt, kritische Fragen werden bestraft. Die Medien unterstützen die Bestrebungen, indem sie einseitig informieren und wohlwollend auf Seiten der Machthaber berichten. Alles andere wird zensuriert.

Bildung in freier Gesellschaft

Wollen wir jedoch eine Gesellschaft mit Bürgern, die unabhängig denken, entscheiden und handeln, sollte Bildung frei von Ideologien und Beeinflussung sein. Jeder Einzelne sollte jederzeit Zugang zu Wissen haben. Kinder und junge Menschen sollten lernen, kritisch zu denken und Gegebenes zu hinterfragen. Erwachsene jeden Alters sollten ermuntert und unterstützt werden, sich ein Leben lang weiterzubilden.

In einer freien Gesellschaft gibt es für Bildung keine Grenzen und keine Einschränkungen.

Wie verändert Bildung unsere Gesellschaft?

Fehlende oder einseitige Bildung geht oft einher mit Armut, Stagnation und früher oder später Rückschritt. Teile der Gesellschaft werden bewusst oder unbewusst ausgegrenzt. In solchen Gesellschaften hat der Bürger kein Interesse, seine Energie ins Gemeinwohl zu stecken. Sein Bestreben gilt nur dem persönlichen Wohlergehen; wenn dieses Ziel unerreichbar scheint, liegt der Gedanke an Emigration nahe.

Ist Bildung allen ohne Hürde zugänglich, kann sie unsere Gesellschaft positiv verändern, denn jeder Einzelne kann dazu beitragen, eine gerechtere und vielfältigere Gesellschaft zu entwerfen. Wer mehr weiss, will mehr wissen. Wer kritisch denkt, entwickelt neue Ideen und Vorschläge. Diese Dynamik wirkt wie ein Zünder, steckt andere an. Sie bewegt, treibt an und spornt an. Eine solche Gesellschaft entwickelt sich vorwärts, probiert, korrigiert, lernt aus Fehlern und wächst stetig weiter. Der Einzelne trägt zum Gemeinwohl bei und Ausgrenzung existiert nicht.

Bildung – ob vorhanden oder nicht – verändert unsere Gesellschaft auf jeden Fall.